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Tag des Helfers 2017

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Die Augen und Ohren im Kampf gegen das Feuer

Feuerwehren aus der Region sorgen mit Truppführer-Lehrgang für weitere qualifizierte Einsatzkräfte / Umfangreiche Ausbildung in Theorie und Praxis.

  1. Das Abschlusszertifikat in der Hand: die Teilnehmer des Truppführer-Lehrgangs Foto: Volker Münch

MÜLLHEIM. Die Ausbildung bei Feuerwehren hat angesichts der Anforderungen an die Einsatzkräfte und der lauernden Gefahren bei Einsätzen eine hohe Priorität. Vor wenigen Tagen endete ein Truppführer-Lehrgang, der auf die Grundausbildung aufbaut. 21 Einsatzkräfte der Feuerwehren Müllheim, Neuenburg, Auggen, Ballrechten-Dottingen und Badenweiler absolvierten den 38 Stunden umfassenden Lehrgang in Müllheim.

Im Ernstfall kommt den Truppführern eine wichtige Aufgabe zu. Sie sind für ihre Gruppenführer, die mehrere Trupps leiten müssen, Augen und Ohren im unmittelbaren Gefahrenbereich. Man muss sich folgendes vorstellen: Bei einem Wohnungsbrand geht ein Truppführer mit schwerem Atemschutz mit mindestens einem Truppmann bis zum Brandherd vor. Er ist dann derjenige, der seinen Führungskräften bis zum Einsatzleiter die genauen Bedingungen am Brandherd mitteilen muss. Von ihm hängen unter Umständen weitere wichtige Entscheidungen der Führungskräfte ab. Und er ist für seinen Truppmann oder für seine Truppfrau auch die "Versicherung", ordnet das Vorgehen oder den Rückzug an, hat Augen und Ohren offen und beobachtet die sich ständig verändernde Situation.

 

Schließlich wandern Flammen, werden größer und stellen mitunter von einem zum anderen Moment eine bedrohliche Gefahr dar. Damit ist schnell erklärt, warum das Thema Sicherheit im Mittelpunkt der Truppführer-Ausbildung steht. Gefahrenpotenziale, so erklärt Lehrgangsleiter und Müllheims stellvertretender Gesamtkommandant Holger Höfflin, gibt es zuhauf. Beim Brand sind es nicht nur Hitze und Flammen, sondern eine mögliche Einsturzgefahr oder das Versperren des Rückzugweges bis hin zum Abschneiden des Rettungsweges. Das bedeutet: Die Situation beobachten und klare Anweisungen für seinen Trupp treffen.

Ähnlich ist es auch bei technischen Einsätzen und Gefahrgutunfällen. Da kommt es darauf an, mögliche Risiken zu beurteilen, die Gefährlichkeit bei einer Havarie einzuschätzen. "Deshalb haben wir hier großen Wert auf verschiedene Szenarien und viel theoretisches Wissen wert gelegt", betonte Höfflin, der bei dem Lehrgang von fünf weiteren Ausbildern, von Gruppenführern der eigenen Wehr und von Maschinisten, die für die Technik der Einsatzfahrzeuge zuständig sind, unterstützt wurde.

Klarer Kommunikation kommt große Bedeutung zu


Bis allerdings Einsatzkräfte für die nächste Ausbildungsstufe zugelassen werden, müssen sie nach ihrer Grundausbildung den zweiten Teil der Truppmann-Ausbildung absolviert haben. Das heißt: Erfahrungen in den eigenen Wehren sammeln, die Ausbildungen zum Atemschutz und zur Funktechnik durchlaufen und die gemachten Ausbildungsschritte auch entsprechend dokumentieren lassen. Der zweite Teil steht deshalb unter der Überschrift "praktische Vertiefung". Dort kommt einer klaren Kommunikation große Bedeutung zu.

"Und immer wieder geht es um das Thema Sicherheit und die Beurteilung von Gefahrensituationen", erklärt Holger Höfflin. Der Truppführer, so der Lehrgangsleiter weiter, nimmt im Ernstfall – natürlich auch bei einer Übung – den Einsatzauftrag seines Gruppenführers entgegen und arbeitet diesen Auftrag selbständig ab. Im theoretischen Teil geht es auch um technische Daten wie die Einschätzung der Wasserreserve, daneben geht es um Führungsarbeit und um die Gefahrenanalyse.

Die praktische Ausbildung fand beim städtischen Betriebshof und in der Robert-Schuman-Kaserne der Deutsch-Französischen Brigade statt. "Gerade dort konnte wegen der Gebäudestruktur die richtige Vorgehensweise beim Gebäudebrand eingeübt werden", berichtet Holger Höfflin. Mit Blick auf die aktuellen Ereignisse bei mehreren Hochhausbränden kam diesem Teil der Ausbildung eine besondere Bedeutung zu.

Bei der Abschlussprüfung mussten im theoretischen Teil 45 Fragen beantwortet werden. Knifflig wurde es im praktischen Teil der Prüfung. Ein realistisches Einsatzszenario an der Alemannen-Realschule setzte die Kursteilnehmer unter Stress. Schließlich wurden sie offiziell über die Leitstelle angeblich vom Lehrgang zu einem "Echt-Einsatz" abgerufen. Erst direkt vor Ort löste sich der vermeintliche Ernsteinsatz zur Prüfungsaufgabe auf. Am Ende waren Lehrgangsleiter Holger Höfflin, der stellvertretende Kreisbrandmeister Andreas Grozinger und die übrigen Ausbilder mit dem Ergebnis zufrieden. Nun haben die Feuerwehren weitere qualifizierte Einsatzkräfte auf der ersten Führungsebene.

 

Quelle : Badische Zeitung